Suchthilfe in Deutschland
Suchthilfe in Deutschland hat eine lange Tradition. Von den ersten Anfängen in Zeiten der Industrialisierung - und hier vorwiegend wegen des ausufernden Alkoholproblems - bis heute hat sich ein differenziertes Hilfesystem entwickelt, dass in einem fortwährenden Prozess der Veränderung und Verbesserung den Bedürfnissen süchtiger Menschen angepasst wurde.
Diesen Prozess der kontinuierlichen Verbesserung durchlaufen auch die Einrichtungen der DO-Suchthilfe, die zum großen Teil schon über 20 Jahre integrativer Bestandteil des deutschen Suchthilfesystems sind.
Unabhängigkeit und Selbstverantwortung
In dieser Zeit hat sich in unseren Einrichtungen die Haltung entwickelt, dass missbräuchlicher und süchtiger Alkohol- oder Drogenkonsum vor allem als zielgerichtete Handlung und als Versuch einer, wenn auch gescheiterten, Problemlösung verstanden wird. Suchtmittelkonsum ist eine Handlungsstrategie. Zu dieser Haltung gehört die Überzeugung, dass alle Menschen grundsätzlich nach Autonomie und Selbstbestimmung streben. Mit dem Blick auf die individuell unterschiedlich vorhandenen Potentiale fördern wir in unserer Arbeit dieses Streben unserer Klientel zu Unabhängigkeit und Selbstverantwortung durch das Erlernen und Trainieren alternativer Handlungsstrategien.
Alte Zöpfe abgeschnitten
Unsere Einrichtungen verstehen sich als therapeutische Gemeinschaften. Viele „alte Zöpfe“, die mit diesem Begriff verbunden sind, sind seit langem „abgeschnitten“. Zwei zentrale Prinzipien erscheinen uns aber auch heute noch sinnvoll:
Spiritualität
Kraft und Hoffnung kann auch aus der Hinwendung zur eigenen Spiritualität geschöpft werden. Die Seelsorge des Deutschen Ordens bietet allen Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit, sich auch als religiös Fragende, spirituell Suchende wahr- und ernst zu nehmen, gleich welcher Religion sie angehören.
Substitution ausstiegsorientiert
Die Einrichtungen der DO-Suchthilfe sind aus der abstinenzorientierten Behandlung entstanden. Die Gewissheit, dass es Menschen gibt, die suchtkrank sind und nach einer Behandlung oder auch ohne diese in der Lage sind, kontrolliert Alkohol oder Drogen zu konsumieren, darf nicht über den Umstand hinwegtäuschen, dass für die mit Abstand meisten Menschen die Abstinenz der sicherste Weg ist, ihre Suchtkrankheit zu überwinden. Auf der anderen Seite erscheint es uns nicht sinnvoll, an einem starren, mehr an Mythen als an der Realität der betroffenen Menschen orientierten Abstinenzdogma festzuhalten und damit einem Teil der Süchtigen den Zugang zu unseren Einrichtungen vorzuenthalten. Aus dieser Erkenntnis sind innerhalb des Trägers Drogenhilfeeinrichtungen entstanden, in denen süchtige Menschen auch substituiert werden. Dennoch ist für uns Substitution stets ausstiegsorientiert, da sonst unserer Meinung nach der Blick auf die Potentiale und Ressourcen verschwimmt.
Netzwerk der DO-Suchthilfe
Die Erfahrung zeigt, dass sich bei unserer Klientel neben der Sucht zahlreiche weitere Diagnosen stellen lassen. Neben somatischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Störungen, neurologischen, orthopädischen oder Krankheiten des Verdauungssystems spielen Infektionskrankheiten wie Hepatitis C und HIV und vor allem auch psychiatrische Erkrankungen eine wichtige Rolle und haben erheblichen Einfluss auf den Behandlungsplan und das -ergebnis. Das Netzwerk der DO-Suchthilfe hält Strukturen vor, die die Behandlung aller die Sucht begleitenden Erkrankungen ermöglichen.
Mittlerweile kann die DO-Suchthilfe ein weit verzweigtes Netz unterschiedlichster Einrichtungen vorweisen. Dazu gehören Beratungsstellen, Entzugs- und Übergangseinrichtungen wie auch Rehabilitationskliniken und soziotherapeutische Einrichtungen, die sich auf das gesamte Bundesgebiet verteilen. Sehr erfolgreich sind Erfahrungen mit geschlossenen Abteilungen, die unseren Einrichtungen angegliedert sind. Hier können Menschen behandelt werden, die sonst langfristig und sehr kostenintensiv in psychiatrischen Klinken untergebracht sind.
Arbeitsplätze
Integrationsbetriebe, die entweder in eigener Trägerschaft oder im Rahmen von Selbsthilfeprojekten unseren Einrichtungen angeschlossen sind, bieten dauerhafte Arbeitsplätze. Sie werden dem Umstand gerecht, dass Arbeit und Beschäftigung ein wesentlicher stabilisierender Faktor für suchtkranke Menschen ist.
Zentrales Ziel aller beschriebenen Angebote und Maßnahmen ist die Teilhabe am Arbeitsleben und an der Gemeinschaft (SGB IX).
Chancen der Zukunft
Die Herausforderungen und zugleich auch die Chancen der Zukunft liegen in der weiteren Ausdifferenzierung der Behandlungsangebote. So hat sich der Träger das Ziel gesetzt, zukünftig, angeschlossen an bestehende Einrichtungen, noch weitere Angebote mit abgestufter Betreuungsintensität zu schaffen. Dazu gehört der Aufbau von teilstationären Behandlungsplätzen, ambulanter Therapie, der Ausbau von Nachsorgewohneinrichtungen, sowie die Schaffung von Qualifizierungsmaßnahmen für unsere Klientel.
Andreas Reimer
Leitender Arzt der DO-Suchthilfe
--------------------------------------------------------------------------------

Ausführliche Informationen zur DO-Suchthilfe und ihren Einrichtungen gibt es auch als Broschüre.
Für eine kostenlos Zusendung klicken Sie bitte auf die Grafik.
--------------------------------------------------------------------------------

! ! ! Der "Suchthilfe-Guide 2011 - 2012" ist da ! ! !
Zum bestellen anklicken.
Pro Guide: 6 € zzgl. Porto
Neu, überarbeitet, ergänzt
Der „Suchthilfe-Guide 2011-2012“ mit ca. 2.500 Adressen aus dem Suchthilfebereich in Deutschland erscheint nunmehr in der vierten Auflage. Die vierte Auflage aus dem Jahr 2005 wurde ergänzt und auf den neuesten Stand gebracht. Die Redaktion möchte sich bei allen bedanken, die durch die Übermittlung von Adressänderungen und aktuellen Ergänzungen und kritischen Anmerkungen maßgeblich zum Gelingen dieser Ausgabe beigetragen haben.
Aufbau und Gliederung
Der Guide 2011-2012 gliedert sich inhaltlich in Adressen von Suchtberatungsstellen in Deutschland, von Kliniken, die einen qualifizierten Entzug oder eine Substitutionsbehandlung durchführen, von ambulanten Beratungs- und Therapieangeboten bei Essstörungen und Glücksspielsucht, von Aids-Hilfen und -Beratungsstellen, von Selbsthilfegruppen, von europäischen Ansprechpartnern zu Drogen und Drogenabhängigkeit und von Suchtkoordinations- und vermittlungsstellen.
Innerhalb der einzelnen Angebote sind die Einrichtungen nach Bundesländern und innerhalb der Bundesländer nach Postleitzahlen aufsteigend sortiert.
Spezifische Beratungs- und Behandlungsangebote finden sich am Ende der jeweiligen Adresse. Die Abkürzungen werden am unteren Seitenrand in einer Legende erklärt.
Zur Erleichterung der Kontaktaufnahme wurden bei den Adressangaben - soweit vorhanden - die Angaben von E-Mail-Adressen und Internet-Angeboten weiter ergänzt.
Intern
In einem gesonderten Adressteil stellt sich die DO Suchthilfe vor. Der nach sieben verschiedenen Einrichtungsarten gegliederte Fachbereich soll sowohl Betroffenen als auch Fachleuten das breite Spektrum an Beratungsalternativen, Therapie- und Betreuungsmöglichkeiten, Nachsorgekapazitäten und Entzugsplätzen vorstellen und die Kontaktaufnahme mit den Einrichtungen erleichtern.
Feedback
Die Aktualität des vorliegenden Wegweisers verdanken wir vor allem der engagierten Mitarbeit der Leserinnen und Leser. Unsere Redaktion wünscht sich auch für den „Suchthilfe-Guide 2012-2013“ Hinweise, Änderungswünsche und konstruktive Kritik.
Der Versand erfolgt auf Rechnung. Preis für ein Heft: 6 € zzgl. Porto.
Klosterweg 1 • 83629 Weyarn
Tel.: +49(0)8020 906-0 • Fax: +49(0)8020 906-302
Stellenangebote
Hauptgeschäftsstelle, Weyarn
Hauptgeschäftsstelle, Weyarn
Laufer Mühle, Adelsdorf
Meldungen
15.02.12
St. Josefshaus, Rheine
26.01.12
St. Georg, Buchholz
Termine
16.-17. April
Kloster Himmelspforten, Würzburg
22. Mai